Ausprobiert am Sektor Diäten habe ich so ziemlich alles… Atkins Diät, Teekuren, Nulldiät, F.X. Mayr Kur, Hollywood Diät & Co aber natürlich auch seriösere Dinge wie LowFat und Weight Watchers. Bei einem Höchstgewicht von damals 99 Kilo schaffte ich es immerhin mein Gewicht mittels LowFat auf 78 Kilo zu reduzieren. Ich war so stolz!
Zwar war ich auch damals noch „zu dick“, aber ich war um einiges selbstbewusster, auch wenn ich im Kopf nach wie vor dick war. Schneller als ich es dachte kehrte der alte Schlendrian wieder ein und innerhalb eines einzigen Jahres wog ich so viel wie nie zu vor. Trotzdem ich jeden Tag mit einer „jetzt aber bestimmt Ernährungsumstellung“ begann, schaffte ich es einfach nicht mich an meine eigenen Regeln zu halten.
Lange Zeit habe ich so gelebt, aber jetzt sollte alles anders werden!!!
Die Entscheidung zum Magenband
Am 12. Mai 2003 hatte ich mein Erstgespräch mit Dr. Miller bezüglich eines Magenbandes. Die Entscheidung hierzu hatte ich mir nicht einfach gemacht. Bereits vor einigen Jahren hatte ich mich näher mit einem Magenband beschäftigt, allerdings bin ich wieder davon abgekommen. Ich war der festen Meinung ich müsse das auf jeden Fall selber schaffen; raufgefressen hatte ich es mir schließlich auch selber. Nachdem ich mir im April 2003 endlich eingestand, dass ich es auf keinen Fall selber schaffe, suchte ich im Internet erneut nach genaueren Informationen bezüglich des Magenbandes. Glücklicherweise bin ich über die Suchmaschine gleich auf die Seite des Doktor Miller gestoßen und wie der Zufall das so haben will, operiert der auch noch in meiner Nähe.
Ein paar Tage hatte ich noch gebraucht, dann hatte ich endlich den Mut und rief im Sekretariat des Doc´s an. Frau Gimpl, seine Sekretärin war supernett und hat alle meine Fragen zu meiner Zufriedenheit beantworten können. Ich erhielt auch meinen Termin: 16. Juni um 16:45. Irgendwie schien Frau Gimpl meine Verzweiflung und Verunsicherung zu merken und tröstete mich noch mit den Worten: „wenn eher ein Termin frei wird, rufe ich sie an“.
Somit war die Sache für mich erledigt; das Warten sollte beginnen. Dann erhielt ich tatsächlich am 8. Mai von Frau Gimpl einen Anruf, ein Termin wäre frei geworden… ich könne am 12. Mai um 17:30 Uhr zu Doc Miller kommen. Ich war super glücklich!!! Der Termin bei Dr. Miller war ein Traum – ein Traum deshalb, weil ich Panik vor Ärzten habe. Zu oft wurde ich wegen meines Gewichtes schräg angesehen, angesprochen und teilweise sogar unzulänglich untersucht, da alles sofort auf mein Gewicht geschoben wurde. Er strahlte eine Ruhe aus und war verständnisvoll, dadurch hatte er mir gleich meine Angst genommen. Ausgestattet mit einem Attest und Infobroschüren seinerseits verließ ich also die Praxis.
Gleich am 13. Mai ging ich zur Gebietskrankenkasse. An diesem Tag streikten die Schulen, ich musste mir ohnehin frei nehmen und hatte dadurch Zeit. Auch bei der GKK waren alle sehr nett; der Chefarzt gab mir ohne Umschweife sein Einverständnis zur OP. Zum Glück kann ich da nur sagen, sonst wäre ich wahrscheinlich doch noch umgekippt. Gleich zu Hause angekommen rief ich im Krankenhaus an und holte mir meinen OP-Termin.
Der 4. Juni 2003 sollte es sein; Einrücken am 3. Juni 2003.
Vorher gab es aber noch zwei Termine zu erledigen. Ernährungsberatung bei Frau Zeiner und ein psychologisches Gespräch bei Frau Dr. Ardelt-Gattinger. Diese Termine erledigte ich am 20. und 21. Mai und waren sehr Interessant!
Im Krankenhaus
Am 3. Juni 2003 um 8:30 Uhr war es also endlich so weit. Einrücktermin ins Krankenhaus Hallein.
Ich meldete mich bei der Ambulanz und wurde nach kurzer Wartezeit zu Fr. Dr. Rippel zur Vorbereitung wegen der stationären Aufnahme aufgerufen. Fr. Dr. Rippel nahm mir Blut ab, füllte einen Anamnesebogen aus und maß meinen Blutdruck. Sie war sehr nett und plauderte nebenbei mit mir; was sich sehr beruhigend auf mich auswirkte. Wie immer war mein Blutdruck natürlich zu hoch, in weiterer Folge sollte noch ein Bauchultraschall, EKG, Lungenfunktionstest und ein Besuch beim Internisten anstehen. Sie übergab mir einen „Laufzettel“, auf dem alles weitere draufstand. Erst Blut abgeben, dann Bauchultraschall und dann ab auf die Station.
Beim Bauchultraschall wurde ein Gallenstein festgestellt, von dessen Existenz ich nichts wusste. Mir ging eine ganze Laterne auf. Seit Jahren litt ich immer wieder unter Kolikartigen „Magenschmerzen“ - zumindest empfand ich den Schmerz in der Magengegend. Mein lächerlicher Hausarzt meinte zu meinen Beschwerden nur – nachdem er die Bauchgegend abgetastet hatte – da ist nix, kassierte meinen Krankenschein und stellte mir noch ein Rezept für Buscopan aus. Das war’s. Ich war erleichtert, dass es sich nur um einen Gallenstein handelte, denn im Unterbewusstsein hatte ich Angst man würde irgend etwas finden, was mein Band verhindern könnte.
Danach ging es ab auf die Station und mir wurde gleich mein Zimmer und mein Bett zugewiesen. Ich kam in ein Zimmer, in dem just an dem Tag 3 Patientinnen mit einem Magenband operiert wurden. Eine war schon zurück und putzmunter, sodass ich ganz schön erstaunt war, als sie mir sagte sie sei gerade aus dem OP zurück.
Nachdem ich mich umgezogen hatte bekam ich auch schon meine erste Venenspritze *jaul*! Von dort aus musste ich dann zum EKG und Lungenfunktionstest.
Dann ging es wieder ab aufs Zimmer. Kaum am Zimmer angekommen kam bereits eine Physiotherapeutin Fr. Theuretsbacher, die mit mir das richtige Atmen übte. Das Mädel war kaum bei der Tür raus, da kam schon Dr. Soukal der Anästhesist, welcher mit mir die OP durchsprach. Der wiederum gab sich die Klinke mit der Schwester in die Hand, welche mich zum Internisten bestellte. Ich wurde von ihm noch durchgecheckt und hatte nun endlich mein endgültiges o.K. zur Operation. Meinem Band stand also nichts mehr im Weg!!!
Nach ca. 10 Minuten kam die diensthabende Oberärztin Fr. Dr. Lang an mein Bett und meinte noch, dass ja ein Gallenstein entdeckt worden war. Die Galle könnte wohl entfernt werden, aber dadurch müsse ich auf mein Band verzichten und in ca. 3 Monaten wiederkommen. Meine Antwort hierauf könnt ihr Euch denken. Ich war wegen dem Band ins Krankenhaus eingerückt und wollte das nun auch haben!! Die Galle kann warten.
Ab da vertrieb ich mir meine Zeit mit lesen und herumspazieren, mittlerweile kam auch schon die Zweitoperierte zurück; leider ging es ihr noch nicht so gut. Die ganze Zeit machte ich mir Gedanken über meine Galle. Was wenn ich mit Band wieder Koliken bekam? Erbrechen ist nie gut, riskiere ich mit einer Kolik mein Band?
Am späteren Nachmittag kam Doc Miller auf unser Zimmer, um nach seinen Frischoperierten zu sehen (es sollte sich aber herausstellen, dass er das jeden Tag macht) und kam letztendlich auch noch an mein Bett in etwa mit den Worten „so und wir beide packen das morgen an, haben Sie noch Fragen?“ Die erste Frage war natürlich „wann“?
Er musste schmunzeln und meinte nur so zwischen 8 und 9 Uhr. Schon kam eine Frage von der anderen Zimmerseite und ich hatte meine Chance verpasst. In Sekundenbruchteilen haderte ich mit mir selbst „soll ich, soll ich nicht“ und schon hörte ich mich sagen: „Doktor Miller ich habe da noch eine Frage“…
Mensch ich bin so froh, dass ich das gemacht habe!!! Ich schilderte ihm also noch einmal das Problem mit der Galle und erzählte ihm von den „Magenschmerzen“. Er meinte darauf, dass wenn die Galle symptomatisch ist – wie in meinem Fall – sie in jedem Fall vor Bandlegung entfernt werden muss, da das Risiko besteht, dass die Galle nach Bandlegung (wegen der Gewichtsreduktion) erst recht zu „spinnen“ beginnt. Er klärte mich noch auf, was Fr. Dr. Lang meinte. Sollte bei Gallenentfernung etwas Gallenflüssigkeit in den Bauchraum austreten, so ist das für die Wundheilung überhaupt nicht tragisch, das Band kann aber nicht gelegt werden, da die Infektionsgefahr einfach zu groß ist. Schlimmstenfalls müsse ich also in 3 Monaten noch einmal kommen. Aber er wollte es gerne versuchen, beides in einem zu erledigen. Einerseits war ich froh, andererseits musste ich mich halt auch mit dem Gedanken anfreunden im schlimmsten Fall ohne Band wieder aufzuwachen. Ich fragte ihn also noch, wem ich nun Bescheid geben müsse, er grinste nur und meinte, dass ja er operiere ;o)…
Ja und so verging der 3. Juni. In der Nacht konnte ich nicht gut schlafen. Nicht so sehr weil ich aufgeregt war, sondern eher weil bei Frischoperierten oft der Blutdruck gemessen wird und somit war die Nachtruhe einfach nicht gegeben.
Die Magenbandoperation und ersten Tage
Am 4. Juni war es dann endlich so weit. Ich wurde um 6 Uhr geweckt. Gleich darauf kam die Schwester mit einem OP-Hemdchen und gab die Anweisung ich könne mich noch duschen, nicht eincremen, soll meine sexy Thrombosestrümpfe überziehen und mich ins Bett legen. Das hatte ich auch Ruck Zuck erledigt und dann wartete ich. Kurz darauf kam schon die Schwester mit meiner Beruhigungstablette. Nach ca. 15 Minuten kam ein Pfleger, der mich mit den Worten „soda, wenn sie mir nun versprechen nicht abzuhauen, nehm´ ich sie mit“ abholte.
Er fuhr mich in den Operationstrakt und dort in einen Raum, in dem die Infusionszugänge gelegt werden. Die Atmosphäre war total entspannt, jeder der mit mir zu tun hatte, stellte sich namentlich vor, sprach mit immer persönlich mit Namen an; so auch Herr DGKP Kopecky welcher mir meinen Zugang legte. Ein Pfleger namens Max kam an mein Bett, der mir erklärte, dass er mich in den OP bringt. Nachdem mein Zugang fertig war, fuhr er mich in meinem Bett nach draußen und schob den OP-Tisch an mein Bett. Nun musste ich vom Bett auf den OP-Tisch rüberwechseln. Danach deckte er ein Tuch über mich und ich musste mein OP-Hemdchen darunter ausziehen und auf das Bett rüberwerfen. Ich bekam noch ein hübsches Häubchen über die Haare und fertig!
Er brachte mich nun in den OP in dem es erfrischend kalt war. Mein Kommentar hierzu „wow, da laufen ja die Eisbären rum“! Der Anästhesist – nunmehr Primar Dr. Reschen stellte sich mir vor und erklärte mir, dass er mich die OP hindurch betreuen würde; er meinte er müsse mich nun beruhigen indem er sagte dass die OP-Liege beheizbar ist und mir gleich warm wird. Dabei wollte ich das gar nicht… ich fand das Klima im OP sehr erfrischend. Ich war immer noch zugedeckt und wurde für die OP vorbereitet. Ich wurde noch gefragt, ob mich das Radio störe, alles in allem wollten die es mir wirklich so bequem wie möglich machen. Letztendlich hielt mir der Anästhesist eine Maske vor das Gesicht und meinte noch ich solle an etwas sehr schönes denken. Dann schlief ich ein. Es gab die ganze Zeit über wirklich keinen einzigen peinlichen Moment für mich.
Das nächste an das ich mich erinnern kann ist, dass ich wieder im Zimmer war. Ich habe gleich meine Familie kurz vom Handy aus verständigt und dann habe ich geschlafen. Zwischendurch musste ich mal dringend zur Toilette, aber die Schwester wollte mich noch nicht aufstehen lassen. Leider stehen die Leibschüssel und ich auf Kriegsfuß, weshalb sie sich dann noch erbarmt hat und mit mir auf die Toilette gegangen ist. Das war wirklich anstrengend und auf der Toilette wäre ich dann auch beinahe umgekippt – ich war froh, als ich wieder im Bett war. Am Abend hat mich noch der Anästhesist besucht. Der arme Kerl wollte mir ja nur kurz über die OP berichten und war an diesem Tag schon dreimal bei mir, musste aber jedes mal unverrichteter Dinge wieder abziehen, weil ich geschlafen hatte.
Ich wurde im Krankenhaus mittels „Zauberinfusionen“ schmerzfrei gehalten. Der einzige wirklich unangenehme Nebeneffekt der OP waren die Gase, die während der OP in den Bauch gepumpt werden. Diese sollen auf natürlichem Weg (Darm, Mund, Poren, Schultern) den Körper wieder verlassen. Leider geht das aber nicht von heute auf morgen; da ist Geduld angesagt.
Am Tag nach der OP wurde ich zum Schluckröntgen bestellt. Das war überhaupt keine große Sache; ich bin sogar zu Fuß dort hingegangen. Ich wurde vor ein Gerät gestellt und musste nur meinen Morgenmantel ablegen; dort stand ich also im Nachthemd, schluckte meinen Röntgenbrei und es wurde eine korrekte Bandlage festgestellt. Zum Röntgenbrei möchte ich noch anmerken, dass der weit nicht so schlimm schmeckt, wie es immer prophezeit wird. Irgendwie empfand ich ihn wie Anis (Ouzo nur ohne Alkohol); zwar nicht ganz meine Geschmacksrichtung, aber zu ertragen. Dann wurde mir alles zuviel und ich wäre denen beinahe umgekippt, weshalb mich ein Pfleger kurzerhand im bequemen Sessel zurück aufs Zimmer eskortierte.
Weitere Untersuchungen standen nicht mehr an. Letztendlich hatte ich aufgrund der Gallenblasenentfernung sechs Schnitte. Im Normalfall reichen aber 4-5 Schnitte im Oberbauch aus. Diese Schnitte sind sehr klein und heilen wunderbar ab. Der durchschnittliche Krankenhausaufenthalt hierfür beträgt fünf Tage, ich wurde nach 6 Tagen „gebändigt“ entlassen.
Nach dem erfolgten Schluckröntgen durfte ich mittags eine Suppe löffeln. Ein paar Löffel und ich war satt. So geht es in den ersten drei Wochen nach der Operation, wobei der Appetit bzw. das Essensvolumen kontinuierlich wieder steigt.
Das Krankenhaus Hallein mit seinem super Team kann ich wärmstens empfehlen. Ich fühlte mich dort sehr gut aufgehoben und wunderbar betreut, alle waren wahnsinnig nett und haben mir den Aufenthalt so angenehm wie möglich gemacht. Ein dickes Dankeschön an das komplette Team im Krankenhaus Hallein!
Mein erstes Blocken
Die OP liegt zum jetzigen Zeitpunkt 9 Wochen zurück und ich habe bisher 12 Kilo abgenommen. Ich würde es jederzeit wieder tun! Ursprünglich hätte ich ca. 6 Wochen nach der OP zum Blocken gehen sollen, da ich aber noch im Ausland auf Urlaub war und nichts riskieren wollte, habe ich das kurzerhand verschoben.
Am 14. August 2003 konnte ich endlich das erste Mal zum Blocken kommen. Ich war voll freudiger Erwartung und trotzdem ich schon von so vielen Erzählungen wusste was mich erwartet, war ich doch etwas nervös.
Nachdem ich mich bei der Aufnahme angemeldet hatte, ging ich zum Röntgenwarteraum. Dort füllte ich einen Bogen aus, mit OP Termin, Startgewicht und jetzigem Gewicht bzw. einigen Wohlfühlfragen. Nachdem ich das erledigt hatte wurde ich auch schon aufgerufen.
Mit Erleichterung stellte ich fest, dass sich Dr. Miller persönlich ums Blocken kümmern wollte! Es waren Engländer anwesend, welche gerne zuschauen wollten. Nachdem ich hierzu mein Einverständnis gegeben hatte, durfte ich mich auf eine Liege legen und es ging los. Dr. Miller fand auf Anhieb den Port, kein langes Herumgestochere von dem man ja so oft hört ;o). Die Nadel spürt man kaum und das Gefühl bei der Füllung ist sehr schwer zu beschreiben. Irgendwie ein leichter Druck bzw. einfach ein seltsames Gefühl.
Das Blocken findet im Krankenhaus Hallein immer unter Röntgenkontrolle statt. Dr. Miller füllte 4ml in mein Band ein und kontrollierte anschließend mittels Kontrastmittel die Durchflussgeschwindigkeit. Die ganze Zeit über konnte ich auf meinem Bildschirm den Durchfluss und mein Band betrachten was natürlich sehr interessant war. Dr. Miller teilte mir mit, dass er wieder 0,5 ml aus dem Band entfernen muss; warum würde er mir gleich erklären. Nach einer weiteren Röntgenkontrolle, nunmehr mit einer Füllmenge von 3,5 ml war er mit dem Durchfluss zufrieden.
Er nahm sich wirklich noch die Zeit und zeigte mir die Röntgenbilder noch einmal. Mit der Füllmenge von 4 ml war sichtbar, dass das geschluckte Kontrastmittel wieder nach oben ging weshalb Dr. Miller entschied wieder 0,5 ml wegzunehmen. So wurde ich also frisch geblockt entlassen und auch hier wurde ich von Herrn Kremmüller – welche sich um das Röntgen kümmert - und Dr. Miller sehr nett betreut.
Nach dem Blocken habe ich ganz langsam ein Glas Wasser getrunken, was für ein Unterschied zu vorher ;o). Abends gab es Tortellini, aber nach 6 Stück war ich bereits satt - so eine Wohltat! Ich hoffe, dass das Gefühl noch lange anhält!
Meinen nächsten Blocktermin habe ich mir vorsorglich für den 27. November geholt; mal sehen ob ich ihn brauche!
Blocken die Zweite
Ich habe in meiner Verzweiflung Frau Gimpl vom Krankenhaus Hallein angerufen, da ich wieder Unmengen verdrücken konnte. Frau Gimpl war ganz fix mit Ihrer Antwort und konnte mir schon für 8. Oktober einen neuen Termin geben. Abgesehen davon meinte Sie gleich ich solle den 27. November aber auch noch behalten.
Jetzt harre ich der Dinge und hoffe, dass der 8. Oktober schnell kommt!
Endlich – zum zweiten mal Blocken! Die Nervosität hielt sich diesmal in Grenzen, ich konnte es kaum mehr abwarten endlich die Nadel im Bauch zu haben ;o)…
Dr. Miller war wieder persönlich anwesend und war einfach super!!! Er begrüßte mich mit der Frage wie es mir ginge und ich antwortete nur mit einem mürrischen „unzufrieden“. Ich erklärte ihm mein Problem und teilte ihm auch meine Bedenken mit, dass ich ein schlechtes Gewissen habe weil ich „schon wieder“ da sei. Er meinte dazu nur, dass das doch überhaupt nicht schlimm sei, immerhin ist es ja erst die zweite Einstellung. Mir fiel echt ein Stein vom Herzen!
Nachdem ich ihm mitgeteilt hatte, dass ich den Verdacht hege mein Band sei unerlaubter Weise in Urlaub gegangen, zog er die ganze Flüssigkeit aus dem Band. Laut den Aufzeichnungen sollte ich 3,5ml im Band haben es waren jedoch nur mehr 2ml!!!! Also kein Wunder, dass ich schaufeln konnte wie ein Bagger…
Er überprüfte das Band auf Undichtigkeiten und konnte aber zum Glück keine feststellen. Irgendwie war ihm da wohl beim letzten Mal ein Fehler unterlaufen; er vermutet mit dem rein und raus der Flüssigkeit versehentlich doch nur 2ml ins Band gefüllt zu haben.
Ich bekam heute genau 4ml ins Band und wir haben beide extra gut aufgepasst *smile*. Laut dem Röntgen ist nun die Öffnung des Bandes bei ca. 3-4 mm und er entließ mich mit den Worten, dass die Einstellung so zwar eng, aber bei gut durchgekautem Essen absolut unproblematisch sei.
Fortsetzung folgt…
Weitere Blocktermine und die Zeit danach
Nun, meinen regulären Termin für 27. November habe ich mir also behalten. Ich hatte in den letzten Wochen wirklich eine Krise bezüglich meines Bandes. Das Gewicht geht rauf und runter, wobei ich die Schuld dafür alleine bei mir zu suchen habe. Zu gut schmeckt Süßes und im Beherrschen war ich noch nie ein Ass.
Ich habe mir nun überlegt, mich wirklich „eng“ stellen zu lassen. Ich will mein Band spüren, ich will die Grenzen aufgezeigt bekommen. Für manche mag das „abartig“ klingen, aber für mich ist es – so denke ich – eine wichtige Erfahrung.
Dr. Miller hat mir heute auf mein Ersuchen hin das Band wirklich eng gestellt. Ursprünglich hat er es mit 6 ml versucht, mit dieser Einstellung wollte er mich aber nicht aus dem Krankenhaus lassen. Er hat heute eine weitere entsprechende Feineinstellung vorgenommen und mich nunmehr mit 5,8 ml entlassen.
Nachdem man zum Blocken ja nüchtern bleiben muss – aufgrund des Schluckröntgens – habe ich mir gleich danach einen Spinat mit Kartoffeln genehmigt. Was soll ich sagen, ich spüre mein Band *freu*. All mein Frust ist verflogen, ich fühle mich klasse, hoffe dass die Kilos wieder purzeln und wünsche mir natürlich, dass der euphorische Zustand recht lange anhält!
Den Tatsachen ins Auge geblickt
Meine Bandeinstellung ist so weit okay, aber leider habe ich mein Essverhalten überhaupt nicht im Griff. Jedem, der diese Zeilen hier liest sei folgendes noch einmal gesagt… bitte glaubt nicht mit einer OP wäre die Sache erledigt! Das Magenband erfordert jede Menge Selbstdisziplin und die Wenigsten – so auch ich - verfügen darüber. Ich bereue meine Entscheidung keinesfalls, letzten Endes hilft mir das Band dabei nicht noch mehr zuzunehmen! Ich bin nach wie vor eine Naschkatze und das verhindert meine heißersehnte Abnahme immens.
Ich habe nun beschlossen, das neue Jahr mit einer herkömmlichen Diät – streng nach Plan – zu beginnen. Ich weiß, dass mir viele hier nicht zustimmen, aber es soll mir helfen mein Essverhalten wieder in den Griff zu bekommen. Ich kenne mich selbst am Besten und weiß, dass meine Motivation mit ein paar verlorenen Kilos wiederkommen wird.
Ich habe mich nicht einfach so – leichtsinnig – für das Band entschieden und will die Chance, die mir Doc Miller mit dem Band gegeben hat nicht einfach wegwerfen!
25. Februar 2004
Wieder Blocktermin, mir geht es mit dem Band überhaupt nicht gut, weshalb ich mit Doc Miller in Kontakt getreten bin. Ich weiß nicht, ab wann man sich als Bandversager sehen kann, aber ich empfinde mich bereits als solchen. Meine Gewichtskurve zeigt ein permanentes rauf und runter, das hatte ich vor der Magenband-OP auch. Nach der anfänglichen Gewichtsabnahme tut sich nun seit September – abgesehen von den Schwankungen - nichts mehr.
Heute kann ich ein komplettes Menü beim Chinesen allein verdrücken (Frühlingsrolle, Menü und gebackene Bananen) und am nächsten Tag kämpfe ich nach dem zweiten Bissen und muss aufpassen, dass dieser dort bleibt wo ich ihn hingeschickt habe. Das ist ein riesiges Problem für mich, da mir eine gewisse Durchgängigkeit fehlt. Zusätzlich habe ich dauernd Hunger und meine Magen knurrt ohne Ende; selbst wenn ich dieses Magendrücken habe, habe ich gleichzeitig Hunger.
Doc Miller hat heute wieder etwas dazugegeben und ich sollte jetzt 6,3 ml im Band haben; ob das hilft wird wohl die Zeit weisen.
Aus und vorbei?
11. März 2004 die letzten Wochen waren furchtbar. Ich war am verzweifeln, so konnte es nicht mehr weitergehen. Am Tag der Bandeinstellung vom 25. Februar hatte ich sogar Schmerzen beim essen, aber bereits am nächsten Tag war alle wie zuvor. Hunger und Essen bestimmten mein Leben.
Zum Glück habe ich richtige Freunde gefunden, die wirklich für mich da waren. Sie haben mir zugehört auch wenn ich mein Leid zum 50igsten Mal geklagt habe, haben versucht mich zu motivieren, mir den Weg aus meinem tiefen Loch zu zeigen und sich vor allem nicht von mir abwimmeln lassen. Dafür bin ich wirklich dankbar.
Ich durfte auch an einer Studie wegen einer Druckmessung teilnehmen. Das Ergebnis war auch nicht gerade aufbauend, denn der Druck hat sich schon als relativ hoch herausgestellt und der durchführende Arzt meinte er würde das Band nicht mehr weiter füllen.
Trotzdem hatte ich permanent Hunger und konnte wirklich sehr große Portionen essen, ich war todunglücklich.
Verschiedene Gespräche haben mich dann dazu gebracht doch noch einmal über ein weiteres Befüllen des Bandes nachzudenken. Zum Glück habe ich auch einen ganz raschen „gemogelten“ Blocktermin bekommen.
Ich hatte ehrlich Angst, weil ich immer noch auf der „ich will doch niemanden lästig sein“ Schiene unterwegs bin und war daher umso angenehmer überrascht, dass ich trotzdem so nett aufgenommen wurde. Abgesehen davon habe ich natürlich schon an mir selber zu zweifeln begonnen!
Ich bekam weitere 0,5ml ins Band dazu und Doc Miller meinte dass er so schnell nicht aufgeben würde ;o).
Tja, fürs Erste habe ich ein gutes Gefühl aber ob die Einstellung nun in Ordnung ist oder nicht, werden mir wohl die nächsten Tage zeigen. Ich hoffe es jedenfalls sehr, es soll doch nicht alles umsonst gewesen sein!
Ich habe im März noch einmal 0,7ml ins Band bekommen und sollte nun 7,5ml im System haben. Nach wie vor ist es ein auf und ab. In den ersten Tagen habe ich ziemlich rasch ein paar Kilo abgenommen, aber mittlerweile muss ich wieder aufpassen dass ich nicht zu viel esse. Warum das so ist weiß ich nicht und ich hab auch keine Lust raus zu finden wie das kommt.
Aus und vorbei!
19. April 2004… ich bin entblockt, das Band ist vollkommen entleert. Wie es dazu kam… eine längere Geschichte. Seit mittlerweile September spielt meine Gewichtskurve wie in alten Zeiten verrückt, trotz engstmöglicher Blockung.
Die letzten Wochen waren kein Spaß, ich hatte mit den 7,5ml beim Essen andauernd Schmerzen, andererseits hätte eine niedrigere Füllmenge eine sofortige Zunahme bedeutet. Brot, Salat einfach beinahe alle „gesunden“ Lebensmittel konnte ich nicht mehr essen, was blieb war Schokolade bzw. alles was leicht rutscht. Ich habe zum Glück nicht enorm zugenommen, aber ich fühlte mich zunehmend schlechter.
Jetzt im entblockten Zustand fühle ich mich einfach genial. Ich kann Brot essen und Salat und mein Konsum an Süsswaren ist quasi auf 0 gesunken. Ich kann wieder normal essen, ohne Schmerzen… welch eine Wohltat.
Nachdem Doc Miller mein vollstes Vertrauen besitzt und er mich ja ohnehin von zahlreichen Blockbesuchen kannte, habe ich mich an ihn gewandt. Natürlich war er ob meiner Problematik nicht erfreut, aber er hat mich verstanden und nur das zählt. Er hat mich sofort entblockt und ich habe einen neuerlichen Termin zur Besprechung für einen RNY-Bypass bekommen.
Die Besprechung zum RNY-Magenbypass
Das Gespräch verlief sehr angenehm, wenngleich mir Doc Miller auch klar signalisiert hat, dass er die Operation nicht gerne macht weil aufgrund des vorhandenen Bandes ein höheres Operationsrisiko besteht. Ich habe von ihm einen sehr gut verfassten Arztbrief erhalten, den ich mir morgen vom Chefarzt in der Gebietskrankenkasse bestätigen lassen muss… PANIK!
Den Chefarzttermin habe ich am 27. April hinter mich gebracht. Ich war ganz extrem nervös, hatte eiskalte Hände und es wurde von Minute zu Minute immer schlimmer – einfach furchtbar. Als ich dann endlich aufgerufen wurde und ich beim Chefarzt saß las er den Arztbrief und schüttelte dauernd den Kopf, ich habe schon schwarz gesehen. Der Chefarzt hat mich gefragt ob ich mir auch ganz sicher sei bei meiner Entscheidung und letztlich doch noch seine Bewilligung erteilt, nicht aber ohne mich noch einmal ordentlich ins Gebet zu nehmen.
Fix und fertig bin ich zurück in die Firma und habe gleich danach im Krankenhaus angerufen. Mein neuerlicher Operationstermin ist der 23. Juni 2004, Einrücken am 22. Juni. Es stehen jede Menge Untersuchungen an, sodass mir am 22. Juni bestimmt nicht langweilig wird ;o).
Jetzt beginnt die lange Zeit der Warterei…
Die Wartezeit
Ich habe mir eine böse Erkältung eingefangen, so gesehen ist es gut, dass es noch so lange zur OP hin ist, obwohl die Zeit ruhig schneller vergehen könnte.
Mit dem offenen Band lebt es sich, als hätte ich keines. Ich habe bisher auch nicht einmal großartige Probleme mit einer Gewichtszunahme; wahrscheinlich aber auch deshalb, weil ich nach dieser langen Zeit der gesunden Nahrungsabstinenz extrem nach Salat und Gemüse giere.
Meine Stimmung schwankt. Ich freue mich riesig, sehe ich doch in der neuerlichen OP meine letzte und endgültige Chance. Gleichzeitig habe ich natürlich auch Angst. Kann ich noch einmal versagen? Wird alles gut gehen?
Erschwerend kommt hinzu, dass niemand von meinen Plänen weiß. Eingeweiht hab ich nur zwei sehr gute Freunde und natürlich meine Familie. Einerseits habe ich dadurch „Ruhe“ andererseits macht eben die Ruhe mir manchmal zu schaffen *seufz*. Eine nicht gerade einfache Situation…
Wir haben den 05. Juni 2004. Noch 2 Wochen, dann ist es endlich so weit. Ich habe schon wieder Temperatur und eine leichte Verkühlung aber das bekomme ich hoffentlich noch hin. Je kürzer es zur OP hin geht, umso ruhiger werde ich. Alles ist besorgt, auch in der Firma laufen meine Vorbereitungen zur Ausfallszeit auf Hochtouren. Mittlerweile habe ich etwas zugenommen, was mich aber nicht weiter verwundert da ich nicht sonderlich aufpasse. Meine Nervosität ist verflogen, ich sehe dem 22. Juni ganz gelassen entgegen.
Im Krankenhaus II
Es ist so weit *freu*. Meine Tasche ist gepackt und es geht ans „Abschied“ nehmen. Klingt dramatischer als es ist, weil ich mich ja von meinem Band innerlich schon lange verabschiedet habe. Alles ist geregelt, Abwesenheitsnotizen sind gemacht und ab geht’s.
Pünktlich um 9.00 Uhr bin ich in der Aufnahme und werde kurz darauf von Fr. Dr. Rippel aufgerufen. Mir wird Blut abgenommen und ein Zugang gelegt, da ich ja heute noch zur Gastroskopie muss *schauder*. Fr. Dr. Rippel hat nett mit mir geplaudert und so nebenbei alle Unterlagen für die stationäre Aufnahme vorbereitet. Nervös war ich diesmal nicht, ich kannte das Procedere ja schon.
Nachdem ich mein Blut abgegeben hatte, ging es wieder zum Ultraschall und danach ab auf die Station. In gewohnter Manier wurde ich herzlich auf der Station empfangen und mir wurde sofort mein Bett zugewiesen. Dieses Mal lief alles ruhiger ab, da die Befunde von letztem Jahr noch vorhanden waren und sich nichts grundlegendes in meinem Leben geändert hatte. Ich konnte in Ruhe auspacken und im Bett probeliegen ;o).
Mich besuchte wieder eine Mitarbeiterin von der Physiotherapie um mich in die richtige Atmung nach der OP einzuweisen. Nachdem ich das ja schon kannte, ging das ganz rasch.
So gegen Mittag kam auch schon ein Pfleger, der mich zur Gastroskopie abholte. Ich wurde im Bett nach unten gefahren, da ich in meiner Panik unbedingt „Dormicum“ haben wollte und das war eine echt gute Entscheidung.
Ich musste mich auf eine Liege legen und wurde dort vorbereitet bis die Oberärztin Fr. Dr. Lang zur Gastroskopie erschien. Eigentlich ging dann alles ganz schnell. Ich bekam das Mittel gespritzt und mir wurde schwummerig. Ganz einschlafen durfte ich nicht, da die Reflexe für die Gastroskopie notwendig waren. Ich musste mich seitlich drehen; das Einführen ging auch wirklich an mir vorüber aber dann spürte ich plötzlich diesen Schlauch im Hals und musste unendlich würgen. Alle „entspannen Sie sich“ Rufe waren irgendwie umsonst. Es war einfach nur ekelhaft - umso mehr freue ich mich, dass ich im meinem Leben keine Gastroskopie mehr haben werde ;o)…
Danach wurde ich auf die Station zurückgefahren und ich hatte irre Halsschmerzen. Für den Rest lief der Tag recht ruhig ab. Ich bekam meine Thrombosespritze für diesen Tag und hatte noch diverse Gespräche. Zum einen natürlich der Anästhesist, der vorstellig wurde und Primar Miller, der viel auf persönlichen Kontakt mit den Patienten hält. Davon bin ich schwer begeistert, da ich das als äußerst wichtig erachte. Er teilte mir mit, dass ich gleich in der Früh operiert werde und wollte wissen ob ich noch Fragen hätte. Alles war klar und ich war einfach nur glücklich.
Die Operation RNY-Magenbypass
Es ist so weit. Nach dem üblichen Wecken, Blutdruck- und Fiebermessen bin ich gleich ab in die Dusche und habe danach weisungsgemäß meine sexy Strümpfe und mein Hemdchen übergezogen. Danach bin ich mit am Rücken verschränkten Händen zum Bett gesprintet und hab mich hineingelegt. Kurz darauf bekam ich auch schon meine LMAA Tablette und wurde abgeholt.
Ich wurde im Bett zum OP gefahren und ich kann mich erinnern alle angegrinst zu haben. An der Schwesternstation wurde kurz halt gemacht um meine notwendigen Papiere einzusammeln und alle wünschten mir Glück. Im OP-Trakt wurde ich in einen Vorbereitungsraum gebracht, in welchem mir ein neuer Zugang gelegt wurde, da der andere auf der falschen Seite war. Ich war die Einzige im Vorbereitungsraum und habe mich auch dort prächtig unterhalten. Dann hat er mir etwas in den gelegten Zugang gespritzt und ich wurde total schwindelig, ab da bekam ich nur mehr wenig mit. Ich kam im OP halbwegs zu mir, wo mir rechts die Hand gehalten wurde. Ich war so weit schon vorbereitet und schlief auch gleich danach ein.
Ich erwachte gegen Mittag. Schmerzen hatte ich so weit keine, nur war ich komplett neben mir. Ich erwartete mir Ruhe, da ich ja niemandem bezüglich der OP Bescheid gesagt hatte. Leider weit gefehlt… diese Rechnung wurde ohne „vermeintliche“ Freunde gemacht.
Primar Miller kam am Nachmittag noch zu mir und berichtete mir von einer plangemäß verlaufenen OP, die alles in allem 3 Stunden dauerte. Sie konnte laparoskopisch durchgeführt werden.
Ursprünglich sollte ich auf die Intensiv gebracht werden; da dort allerdings Platzmangel herrschte und ich ohnehin so stabil war, durfte ich sofort auf die Station.
Mir wurde eine Drainage und ein Blasenkatheter, welcher mir in den Folgetagen das Leben gewaltig vereinfachte, gelegt.
Am späteren Abend durfte ich mich schon auf die Bettkante setzen, Aufstehen konnte ich allerdings noch nicht. Außerdem durfte ich schluckweise zwei Tassen Tee trinken, die ich allerdings nicht schaffte.
1. postoperativer Tag
Dank dem super Schmerzprogramm in Hallein sind selbige fast nicht vorhanden. Leicht erhöhte Temperatur stellte sich ein, kein Grund zur Sorge, das ist eine Nebenwirkung, die öfter mal vorkommt.
Am Vormittag wurde ich in meinem Bettchen zum Röntgen abgeholt. Ich musste von meinem Bett auf den Röntgentisch rutschen. Ein relativ hartes Unterfangen, aber durchaus machbar. Ich kannte die Sache ja schon vom Blocken. Der Tisch wurde leicht aufgestellt und ich bekam das Kontrastmittel in die Hand. Auf Befehl sollte ich trinken, nur mit dem „schluckweise“ kam ich nicht allzu weit.
Am Nachmittag bekam ich ganz lieben Besuch von einer Freundin, mir ging es recht gut und ich durfte dann auch schon das erste Mal aufstehen. Mein Besuch sagte mir, dass ich ganz weiße Lippen bekommen habe, als ich die ersten Schritte gemacht hatte. Trotzdem – da musste ich durch ;o)
Trotz dem Aufstehen wurde der Blasenkatheter noch belassen, weil ich einfach noch nicht so sicher auf den Beinen war.
Dr. Miller berichtete mir von äußerst zufrieden stellenden Röntgenbildern. Dort wo das Band lag ist noch die Vernarbung zu sehen. Diese Vernarbung wirkt sich wohl so aus, dass mein Ausgang etwas enger als bei einem Erstoperierten ist und bewirkt ein früheres Sättigungsgefühl – nicht unbedingt ein Fehler ;o).
Nulldiät ist angesagt, aber trinken darf ich – langsam und schluckweise.
2. postoperativer Tag
Gleich in der Früh wird mir der Blasenkatheter gezogen, jetzt wird es also ernst. Ich spüre stündliche Besserung. Gleich danach musste ich ab zur Toilette, wie erwartet hat sich nach der Kontrastmittelgabe Durchfall eingestellt. Ich bekomme nach wie vor Infusionen, da ich natürlich auch zeitweise Schmerzen habe. Zu Mittag erhalte ich meine erste klare Suppe serviert. Ein paar Löffeln und ich spüre ein „krampfen“ weshalb ich den Rest wieder zurückgehen lasse… Essen verschoben. Der Durchfall sorgt dafür, dass ich laufend mit meiner Infusionsflasche zur Toilette rolle, das Aufstehen zwischendurch tut aber richtig gut.
3. postoperativer Tag
Ein relativ ruhiger Tag. Ich stehe von Zeit zu Zeit auf und marschiere mit meiner Drainage durch die Gegend. Weit geht es allerdings noch nicht, ich bin doch noch nicht so 100% auf dem Damm. Der Durchfall ist immer noch da. Ich habe ganz liebe Zimmergenossen, mit denen ich mich gut verstehe. Mein Schatz kommt mich jeden Tag besuchen und freut sich mit mir über jede Besserung die ich erfahre.
4. postoperativer Tag
Die Drainage wird gezogen. Zum Einen ein seltsames Gefühl und zum anderen extrem Schmerzhaft – zum Glück aber nur kurz. Die kleine Wunde wird verklebt und somit hänge ich nur noch an der Flasche :). Ich bekomme lieben Besuch aus Wien, mit dem ich einen Ausgang in den Park wage. Dort bekomme ich plötzlich totale Krämpfe in der Magengegend, also wieder ab aufs Zimmer. Es wird vermutet dass diese Krämpfe von dem massiven Durchfall kommen. Mir wird erstmal Immodium verabreicht und wieder Infusionen, damit sich mein Flüssigkeitshaushalt normalisiert. Ich kann wegen der Krämpfe nur sehr wenig trinken.
5. postoperativer Tag
Ich werde immer noch von Krämpfen geplagt, weshalb mir Dr. Miller Buscopan dagegen verordnet. Woher diese nun genau kommen kann niemand so genau sagen. Die Röntgenbilder sind vollkommen in Ordnung. Immer noch habe ich Temperatur, auch hier wird keine Ursache – trotz mehrmaligen Blutabnahmen – gefunden. Durch die sorgfältigen Untersuchungen mache ich mir keine großartigen Sorgen und weiß mich in besten Händen. Schließlich war das doch ein größerer Eingriff und eine Belastung für den Körper.
6. postoperativer Tag
Um noch einmal alles ausschließen zu können, wird ein Lungenröntgen gemacht. So weit geht es mir eigentlich ganz gut; trotzdem wird beschlossen, dass ich doch noch bleibe, weil ich immer noch erhöhte Temperatur habe. Ich bin schon ganz fleißig unterwegs; glücklicherweise spielt der Sommer verrückt und die Temperaturen sind angenehm, somit ist der Krankenhausaufenthalt nicht unangenehm heiß.
Zu Hause
Heute will ich nach Hause. Herumliegen kann ich auch da, beschließe ich. Meine Blutwerte werden noch einmal kontrolliert und ich muss die Ergebnisse bis Mittag abwarten, dann endlich Bescheid – ich darf gehen. Ich wurde noch mehrmals ermahnt nicht auf das Trinken zu vergessen.
Ich bin extrem glücklich die OP gemacht zu haben und dankbar, dass Doc Miller und der Chefarzt der GKK Erbarmen mit mir hatten. Ich kann keinem Menschen beschreiben wie schlecht es mir vor der OP ging… ich bin einfach nur glücklich und freue mich auf die Sensation namens „Leben“.
Wieder arbeiten
Ich habe beschlossen morgen wieder arbeiten zu gehen, wir haben den 8. Juli. Leider habe ich immer noch Temperatur, die zwischen 37,6 und 38,2 schwankt, ich bin mir aber sicher, dass sich das noch bessert. Morgen ist Freitag, somit habe ich einen halben Tag vor mir und ich kann mich am Nachmittag bei Bedarf gut hinlegen.
Ich fühle mich wohl und das Essen klappt super.
Wie es weiter ging – 25. Juli 2004
Mittlerweile darf ich alles wieder essen und teste mich so nach und nach an alles heran. Je nach Tagesverfassung habe ich auch Dumping wie ich festgestellt habe, das allerbeste kommt aber noch, mir graust unheimlich vor Süßem!!!
Ich mag jetzt eher mal eine Handvoll Chips, nur ist da nach 5-6 Stück Schluss, weshalb ich mir die auch ab und an genehmige. Ansonsten esse ich vorwiegend gesund, so richtige Probleme habe ich eigentlich keine. Die Menge ist super klein und wenn ich mal zu viel esse kann das auch schon weh tun; man lernt aber relativ schnell genauer hin zu hören.
Ich habe ein komplett neues Lebensgefühl entwickelt, alleine das Wissen um die Operation und bereits 10 Kilo die ich verabschieden konnte, haben aus mir einen neuen lebensbejahenden Menschen gemacht.
Natürlich plagen mich ab und an auch Zweifel und ich habe Angst, dass auch diese Methode versagen könnte… aber ich habe festgestellt, dass ich so – auch ohne Abnahme – gut leben kann, weil ich zumindest Salat und Brot essen kann ohne diese Schmerzen zu haben.
Temperatur habe ich leider noch immer, da meine Blutwerte aber okay sind und ich mich so weit wohl fühle, stört mich das nicht weiter.
Zwei Monate nach OP
Die Komplimente meiner Mitmenschen mehren sich, offenbar ist meine Abnahme nun nicht nur mehr auf der Waage sichtbar. Ich fühle mich einfach klasse, wandle als neuer Mensch durchs Leben. Langsam beginnt auch die Lust an der Bewegung wieder zu steigen, ich unternehme viel mehr als früher. Bald ist meine erste Kontrolluntersuchung, auf die ich sehr gespannt bin – darüber werde ich in Kürze berichten.
Kontrolltermin im Krankenhaus
10-12 Wochen nach der Operation wird im Krankenhaus Hallein ein Kontrolltermin durchgeführt. Es ist alles in Ordnung, Doc Miller ist zufrieden mit dem Röntgen, besser kann es nicht sein. Ich hab bisher ausreichend abgenommen – fast zu viel wie er meint (aber das war eher als Scherz gedacht wie ich meine) ;o).
Wir haben beschlossen eine Website ins Leben zu rufen, die begleitend zu den Selbsthilfegruppen geführt wird und wünschen Euch viel Spaß!
6 Monate nach OP
Mir geht es dermaßen gut, dass ich sogar auf meinen Bericht vergesse J Mittlerweile habe ich meine erste Blutkontrolle hinter mir, die Werte sind fantastisch. Zusätzlich gilt für Bluthockdruck, beginnende Diabetes – Ade! Meine Gelenke schmerzen nicht mehr und Sport macht wieder Spaß. Mein Arzt hat bei den Blutwerten nur den Kopf geschüttelt und gemeint dass mir DAS erst mal einer nachmachen solle.
Ich habe seit meiner Bypass-OP rund 40 Kilo verloren, damit insgesamt 55 Kilo vom ehemaligen Höchstgewicht. Wie sehr sich dadurch mein Lebensgefühl verändert hat, lässt sich für jemanden der das noch nie durchgemacht hat schwer beschreiben.
Frau Zeiner im Krankenhaus Hallein hat eine Körperfettmessung bei mir vorgenommen. Der Vergleich zur ersten Messung ist irre und äußerst zufrieden stellend. Ich nehme gleichmäßig und „gut“ ab. Natürlich habe ich auch etwas an Muskelmasse abgebaut, das ist bei einer so hohen Abnahme laut Frau Zeiner nicht auszuschließen. Aber der Muskelabbau hält sich in Grenzen.
Ich esse alles und verbiete mir nichts, allerdings sind die Mengen kein Vergleich zu früher. Bisher habe ich erst ein Lebensmittel entdeckt, welches ich nach wie vor nur erschwert essen kann – Huhn. Dieses Fleisch ist offenbar so trocken, dass ich bereits nach 3 Bissen satt bin und einfach nicht mehr weiter essen kann – daher nutze ich es immer wenn ich den Eindruck habe meine Essensmengen würde etwas zu groß…
Mein Umfeld reagiert mittlerweile ganz anders auf mich, so wie ich scheinbar auch auf mein Umfeld. Ich bin – so behauptet man – viel offener geworden, lustiger und nehme wieder aktiv am Leben teil. Phasenweise werde ich geradezu mit Komplimenten erschlagen ich habe festgestellt, dass ich jetzt einfach in einer Gewichtsklasse mitspiele, in der bereits 3-4 Kilos genügen anhand deren die neuerliche Abnahme bemerkt wird.
Erste Schritte in Richtung „Wiederherstellung“
10 Monate nach der Operation unternehme ich nun erste Schritte in Richtung Wiederherstellung. Aufgrund der Beschaffenheit meines Bindegewebes war klar, dass ich da wahrscheinlich nicht drum herum komme. Ich mache mir keine großen Hoffnungen auf Kostenübernahme, schließlich habe ich bereits zwei Operationen bewilligt bekommen. Wie auch immer die Entscheidung gefällt wird, werde ich diese annehmen.
Meinen Termin zum Erstgespräch habe ich mir nach langem Abwägen bei Dr. Schäfer im Krankenhaus Hallein vereinbart.
Das Gespräch ist so weit ganz gut verlaufen, allerdings habe ich mich extrem unwohl gefühlt. Ich hatte bedenken ich sei eventuell noch zu früh und irgendwie war es extrem schwierig mit Dr. Schäfer ins Gespräch zu kommen. Zudem so halbnackt vor einem wildfremden Mann herumzutanzen *seufz* ein hartes Stück Arbeit für mich. Für meinen Bauch hat er mir keine großen Hoffnungen auf Kostenübernahme gemacht, für die Brust schon. Es ist nun so, dass ich ein Attest von ihm zugesandt bekomme, in welchem die Übernahme für beide Operationen beantragt wird, sollte eine OP davon abgelehnt werden, übernehme ich die Kosten für eine davon selber.
Ein paar extrem lange Tage (ja ja ich bin immer noch so ungeduldig wie früher) musste ich auf das Attest warten, dann bin ich sofort zur Krankenkasse gefahren. Dem Bauch stimmt der Chefarzt ohne Umschweife zu, da ich just an dem Tag wieder einmal eine Bauchnabelentzündung hatte, die Brust wollte er anfänglich nicht bezahlen. Ich habe ihm erklärt, dass ich dafür auch vollstes Verständnis habe, wollte aber die Gelegenheit nutzen und habe ihm Fakten aufgezählt, welche meiner Meinung nach doch für eine Kostenübernahme sprachen. Alles in allem war es ein sehr gutes und konstruktives Gespräch, welches seine Zeit dauerte – ich verließ die Krankenkasse mit einer Bewilligung für beide Operationen in einem Schritt – es war aber nicht einfach!
Der Operationstermin wurde für den 25.04. festgelegt.
2005 Die Wiederherstellungsoperation
Am 22.04. wurde ich also wieder im Krankenhaus aufgenommen. Als „alter“ und erfahrener Hase kannte ich das Procedere schon, habe mein Blut welches mir Fr. Dr. Rippel abnahm ins Labor gebracht und ging dann auf die Station.
Da die Station auf der ich bisher war dermaßen überfüllt war, sollte ich diesmal auf eine andere kommen. Im ersten Moment war ich super enttäuscht, ich bin halt immer noch ein Gewohnheitsmensch und wollte „mein“ gewohntes Pflegeteam haben. Nachdem ich ja wieder nach Hause durfte, habe ich die Stationsleitung Schwester Irene gebeten das Unmögliche möglich zu machen und mich zu berücksichtigen, sollte ein Bett auf ihrer Station frei sein. Ich wurde für Sonntag Abend wiederbestellt und ging ins Wochenende.
Es klappte, ich bekam am Sonntag tatsächlich ein Bett auf der von mir gewünschten Station – ich war überglücklich. Dr. Schäfer kam Abends gleich vorbei und ging mit mir in die Ambulanz. Dort zeichnete er seine Schnittführung genau an. Bei genauerer Betrachtung meiner Brust schüttelte er ein paar mal den Kopf und meinte dann dass meine Brüste total ungleichmäßig sind und eine davon erheblich kleiner sei. Da er sich nach der kleineren richten muss und doch sehr wenig Eigensubstanz über war, meinte er dass er die Brust wohl nicht ganz so weit straffen kann. Ich habe ihm erklärt, dass Implantate nicht in Frage kämen und auch wenn ich flach werde sei dies kein Problem für mich. Seine Antwort könnt ihr euch vorstellen „na na das muss schon auch zum Brustkorb dazupassen“. Mit meiner Kriegsbemalung verließ ich die Amblanz und wartete am Zimmer auf den Narkosearzt, der mich mittlerweile ja nun auch schon kannte.
Die Nacht vor der OP war unruhig, es stellte sich heraus, dass Vollmond war und wir ziemlich nah an den Entbindungszimmern lagen. Die Babys kamen in Scharen und haben sich lautstark ins Leben gebrüllt. Egal, am nächsten Tag sollte ich ja ohnehin mal ordentlich ausschlafen können.
Aufgrund der geplanten Operationsdauer von 4-5 Stunden bekam ich bereits um 06:20 Uhr meine „alles wurscht“ Tablette, natürlich nicht ohne vorher noch unter die Dusche zu springen, meine sexy Strümpfe und mein obligates OP Hemdchen anzuziehen. Was für ein Gefühl, noch vor einem Jahr hab ich das Teil aufgrund meiner Fülle hinten nicht ordentlich zuhalten können; diesmal ging das alles ganz locker.
Alles ging ruck-zuck, schon wurde ich abgeholt und in den Vorbereitungsraum gebracht. Ich bekam meinen Zugang gelegt und sollte noch etwas warten. Dr. Schäfer kam noch einmal an mein Bett und meinte da wir noch etwas Zeit hätten, er würde eben noch nachzeichnen. Dann wurde mein Bett zur OP-Liege geschoben und es standen Unmengen von Personen um mich rum. Einer davon meinte dass ich bestimmt mithelfen könne wenn die mich auf die Liege umbetten. Ich hab den in meinem „Drogenwahn“ nur angegrinst und ganz entrüstet gemeint dass er immerhin eine „Sportlerin“ vor sich hätte... Im nu war ich auf der Liege und wurde in den OP geschoben. Dort begann man mit den Vorbereitungen und hat sich mit mir unterhalten. Nachdem sich alle vergewissert hatten dass es mir gut geht und ich bequem liege meinte mein Narkosearzt Prim. Reschen, dass er mich nun einschlafen lassen würde – schon war ich weg. Wie immer war die OP-Betreuung erste Sahne, keine peinlichen Momente und man ist dort immer bemüht dem Patienten die Angst zu nehmen.
Wach wurde ich wieder am Zimmer (den Aufwachraum habe ich bisher noch nie mitbekommen) mit vier Drainagen und ich hab gleich alle wie versprochen verständigt. Den restlichen Tag habe ich schlafend verbracht J . Am Abend erfolgten die ersten Mobilisierungsversuche, nachdem mein Kreislauf nach dem ersten Stehversuch aufgegeben hatte, wurde der Blasenkatheter belassen und ich sollte es am nächsten Tag – mit besserem Erfolg – noch einmal versuchen.
Zugegeben, Tag 1 und Tag 2 nach der OP waren mehr als bescheiden, die Schmerzen habe ich als sehr stark empfunden und ich habe mich ernsthaft gefragt, ob ich noch alle Tassen im Schrank habe. Dann ist das passiert, was bei vielen wohl auch nach der Entbindung vorkommt… mein Bäuchlein und meine Brust wurden ausgepackt, ich konnte den ersten Blick darauf werfen und ich wusste wofür ich das getan habe. Im ersten Moment war ich einfach sprachlos, obwohl ich mich informiert hatte und wusste, dass Brüste erstmal „überkorrigiert“ werden bzw. alles stark geschwollen ist, hat mich das Ergebnis einfach überwältigt. So schön hatte ich das nie im Leben erwartet.
Nachdem nicht so viel Brustgewebe entfernt wurde, konnten bereits am dritten Tag die Brustdrainagen gezogen werden – ein kurzer Schmerz und es war vorbei, ab sofort konnte ich mit zwei Flaschen die Gänge unsicher machen. Der weitere Aufenthalt im Krankenhaus Hallein verlief unspektakulär. Am achten Tag wurde eine Bauchdrainage gezogen, die ich so gut wie gar nicht gespürt hatte und am neunten Tag konnte auch die letzte Drainage – die wieder mehr weh tat entfernt werden. Gleichzeitig konnte ich nun nach 10 Tagen nach Hause. Meine rechte Brust ist seitlich ziemlich angeschwollen und schmerzt, aber laut Doc ist alles im grünen Bereich.
Am 12. Tag nach der Operation wurden die Fäden gezogen, ich konnte es kaum erwarten, weil die Haut unter den Plastern schon massiv zu jucken begann.
Um ein schöneres Narbenbild zu erlangen wurde eine so genannte intrakutane Naht gemacht. Das heißt, dass mit einem langen Faden „unterirdisch“ vernäht wurde. Leider ist dieser beim Ziehen gerissen und das sowohl an den Brüsten als auch am Bauch. Insgesamt hat er ca. 25 Minuten zur Nahtentfernung benötigt, weil der Faden immer wieder abriss. Die Fadensuche ist dann alles andere als lustig, aber meinen Vorschlag die Fäden von selber rauskommen zu lassen fand Doc Schäfer dann irgendwie doch nicht so gut ;o)
In ca. drei Monaten soll ich noch mal zu ihm kommen, er meinte dass eventuell an der Brust noch etwas nachkorrigiert werden muss.
Zu Hause habe ich mit meinem Schatz dann erstmal meinen „neuen“ Körper begutachtet, nicht mehr ganz so arg verpflastert.
Das ist vielleicht ein seltsames Gefühl… alles geschwollen, rote und verklebte Narben, im ersten Moment ist es wirklich nicht schön anzusehen. Zum Glück hatte ich mich aber vorher ausreichend informiert und wusste daher, dass das endgültige Ergebnis nach gut 3 Monaten sichtbar ist – sonst wäre ich wahrscheinlich geschockt gewesen und hätte meine Entscheidung noch in Frage gestellt.
Update 2008
Kinder wie die Zeit vergeht - schon sind drei Jahre ins Land gezogen! Die Narben der Wiederherstellung sind verblasst und das Ergebnis ist äußerst zufrieden stellend. Mein Bypass ist mir nach wie vor eine Hilfe, wenngleich er mir sicher nicht die ganze Arbeit abnimmt.
Ich habe festgestellt, dass Zunehmen eine Leichtigkeit ist und das Abnehmen nicht so einfach ist - das alte Spiel. Das war mir eine Lehre - ein zuviel an Essen versuche ich mit vermehrter Bewegung bzw. Sport auszugleichen. Derzeit schaffe ich es ganz gut mein aktuelles Gewicht zu halten - ich habe einen praktikablen Weg für mich gefunden. Ich versuche mich ausgewogen zu ernähren, mir nichts zu verbieten und mich ausreichend zu bewegen. Der Megasportler werde ich nie (Schweinehündchen sei Dank), aber es macht mich stolz und glücklich, dass ich heute Sport machen kann.
Meine Essensportionen sind je nach Konsistenz "normal" - ich falle bei einem gemeinschaftlichen Essen sicher nicht mehr auf und werde nicht mehr von den Kellnern gefragt, ob es denn nicht geschmeckt habe. Seltsamer Weise ist es wirklich so, dass schlanke Personen Essen zurückgehen lassen können, ohne dass sofort vermutet wird, dass damit etwas nicht gestimmt habe.
Die vor kurzem bestimmten Blutwerte durch meinen Hausarzt sind traumhaft - meine tägliche Vitamindosis sei Dank.. Alle relevanten und wichtigen Werte sind im Normalbereich und könnten besser nicht sein - einzig das Eisen benötigt ab und an Nachschub. Mein Blutdruck ist normal und sehr konstant, meine Gelenksbeschwerden sind Vergangenheit, von beginnender Diabetes keine Spur mehr.